5 TITELTHEMA E-Government, die digitale Transformation der Verwaltung, betrifft uns in diesen Tagen unmittelbar. Denn die Gesundheitsämter stoßen auch deshalb im Kampf gegen Corona an ihre Grenzen, weil Deutschland in dieser Hinsicht noch nicht sehr weit ist. Die Gesundheitsämter sind weder personell noch technisch angemessen ausgestattet, um Kontaktketten im großen Stil nachzuverfolgen. Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, brachte es für den Deutschlandfunk auf den Punkt: „Sie können sich quasi die Landkarte angucken, wie sich die Region farblich verändert, und Sie können davon ausgehen, dass da, wo es rot ist, auch die Gesundheitsämter ein erhebliches Problem haben.“1 Ein Kollaps mit Ansage, denn dass die Zahl der Infektionen ab Mitte Oktober rasch ansteigen würde, wurde allgemein erwartet, und die Ärztevertreterin betont, der Verband habe „besonders viel und genug Alarm geschlagen“. Zeit sparen könne man mit digitalen Mitteln. Ute Teichert weist darauf hin, dass die Personaldisposition nahezu unmöglich ist, weil seit 20 Jahren darüber keine Statistik mehr in Gesundheitsämtern geführt wird. Es ist nicht Auf dem Weg zur digitalen Verwaltung Prozesse automatisieren – Medienbrüche überwinden Das OZG (Onlinezugangsgesetz) verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, bis 2022 alle Verwaltungsleistungen in Deutschland digital anzubieten. Allerdings sind in verschiedenen Bereichen die Voraussetzungen dafür noch nicht geschaffen. Wir bringen Prozess- und Digitalisierungs-Know-how ein, um gemeinsammit Behörden und Dienstleistungspartnern die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen voranzubringen. bekannt, wie viele Menschen bundesweit regulär in Gesundheitsämtern arbeiten. Zudem schaffen es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kaum, sich über die aktuell in ihrer Region geltenden Regelungen auf dem Laufenden zu halten. Noch gravierender als die Mängel im Wissensmanagement dürften sich allerdings manuelle Prozesse mit Medienbrüchen auswirken, wobei hier Wirtschaft und Verwaltung an einem Strang ziehen müssten: Besucher der Gastronomie und öffentlicher Einrichtungen sowie von Veranstaltungen füllen häufig Formulare aus. Müssen Kontaktketten nachverfolgt werden, bleibt den Mitarbeitern in den Gesundheits- ämtern nichts anderes übrig, als diese Informationen abzutippen. Denis Herth, Director Innovation bei PS Team: „Wir wickeln seit Jahrzehnten Massenprozesse ab und automatisieren sie. Für Fuhrparks übernehmen wir allein 630.000 Fahrzeugregistrierungen und -stilllegungen pro Jahr. Das können wir nur leisten, weil wir speziell für diese Prozesse starke Softwaresysteme entwickelt haben. Die Krise zeigt, dass die Digitalisierung eine wichtige Grundlage für Skalierbarkeit ist. Sonst fehlen die Kapazitäten, um höhere Fallzahlen in vertretbarer Zeit abzuarbeiten.“ Leipzig digitalisiert Führerscheinumtausch Ein aktuelles PS-Team-Projekt zeigt, wie sich die elektronische Abwicklung auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt: Von 2022 bis 2025 erhalten in der EU alle Besitzer eines Papierführerscheins neue Dokumente. Was für die 1 https://www.deutschlandfunk.de/aerzte-verbandschefin-teichert-wir-wissen-nicht-mal-wie.694.de.html?dram:article_id=486283 (abgerufen am 24.11.2020) Digitalisierung in Behörden leistet einen wesentlichen Beitrag, um Kosten zu senken. Die Stadt Leipzig setzt unter anderem beim Führerscheinumtausch an.
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