BLICK Ausgabe 2/2020

7 TITELTHEMA behörden können über Schnittstellen auf die Daten zugreifen und für Personen, die ihre Fahrerlaubnis in Leipzig gemacht haben, an Ort und Stelle den neuen Führerscheinantrag erstellen. „Der von uns beschrittene Weg könnte durchaus Schule machen“, meint Claudia Hille, Leiterin der Abteilung Kfz-Zulassungs-, Fahrerlaubnis-, Melde- und Passbehörde bei der Stadt Leipzig. „Denn alle Städte und Gemeinden stehen vor derselben Herausforderung. Indem sie den Prozess digitalisieren, verringern sie den Aufwand – für die Fachabteilungen und für die Bürger.“ Sowohl die Software als auch der dahinterliegende Prozess lassen sich ohne großen Projektaufwand in weiteren Behörden implementieren. i-Kfz für Flottenfahrzeuge Im Januar 2019 verkündete Verkehrsminister Andreas Scheuer: „20 Millionen Zulassungsvorgänge in 2018 – die Kfz-Zulassung ist eines der meistgenutzten Verwaltungsverfahren in Deutschland. Wir wollen weg vom Papierkram und lästigen Behördengängen hin zu einer modernen, digitalen Verwaltung.“ Damit bezog er sich auf die nächste Stufe des i-Kfz-Verfahrens, das seit 2015 sukzessive ausgerollt wird. Wir waren von Beginn an in beratender Funktion in das Projekt eingebunden und begleiteten es aus gewerblicher Perspektive. Mit der im Oktober 2019 eingeführten Stufe 3 sollten Privatpersonen in die Lage versetzt werden, alle Arten von Fahrzeugzulassung inklusive Neuzulassung, Umschreibung und Wiederzulassung vom Rechner aus zu erledigen. Sonja Anton, Programmleiterin Tech4Germany des ehemaligen Non-Profit-Startups 4Germany unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzleramtschef Helge Braun, beschreibt die digitale Zulassung: „1. App oder Browser öffnen, 2. erschreckt feststellen, dass ein aktivierter neuer Personalausweis und Lesegerät benötigt werden, 3. App oder Browser wieder schließen, 4. Termin im Amt ausmachen.“ Bis heute wird die Online-Funktion des Personalausweises kaum genutzt, weil sie zu wenig bekannt und zu umständlich in der Anwendung ist. Der Nachweis der digitalen Identität bleibt die zentrale Hürde im E-Government, wie Adrian Krzeminski von der Metropolregion RheinNeckar auf den Seiten 10 und 11 erläutert. Was mit nPA und Lesegerät im privaten Bereich theoretisch möglich ist, lässt sich nicht eins zu eins auf die Flottenwelt übertragen. Denis Herth: „Erst wenn es sichere und praxistaugliche Möglichkeiten gibt, juristische Personen zweifelsfrei digital zu identifizieren und Bevollmächtigungen zwischen juristischen Personen digital zu erteilen, können wir unseren Kunden i-Kfz 4 anbieten, die internetbasierte Kfz-Zulassung für Unternehmen. Gemeinsam mit Partnern werden wir dieses Verfahren selbst entwickeln und damit eine zentrale Herausforderung lösen, die sich auf weitere E-Government-Prozesse übertragen lässt.“ Bundesweit sichere und nutzungsfreundliche Verwaltungsangebote zu schaffen, klingt wie eine Herkulesaufgabe. Die ersten Schritte sind getan und PS Team leistet an verschiedenen Stellen einen Beitrag dazu.

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