BLICK Ausgabe 2/2020

11 HINTERGRUND dann, wenn die Nutzerinnen und Nutzer zumindest einmal in der Woche damit in Berührung kommen. Das gilt beispielsweise für die Kredit- und EC-Karte oder Mobile Payment, die Bezahlfunktionen der Technologieunternehmen. Für eine zentrale Identität ist der Zug zwar abgefahren, dennoch werden wir es schaffen, viele bereits bestehende Identitäten mit einer Vielzahl an Leistungen im „IhreID“-Ökosystem zu bündeln und so die Sicherheit und den Nutzungskomfort zu erhöhen. BLICK: Welche Gefahren sehen Sie? Adrian Krzeminski: Digitale Lösungen bewegen sich immer im Spannungsfeld von Komfort, Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit. Bei vielen digitalen Identitäten, die wir verwenden, bezahlen wir den Komfort mit einem hohen Risiko, dass Dritte auf persönliche Daten zugreifen. Als Schaufensterregion setzen wir hohe Sicherheitsstandards. Eine andere Gefahr besteht darin, dass Wirtschaftsunternehmen die Souveränität der Inhaber digitaler Identitäten bedrohen. So meldete Apple im Juli dieses Jahres ein Patent auf ID-Karten für einen digitalen Reisepass an. Auch Google strebt in diesen Markt. Das sehe ich äußerst kritisch. Die Datenhoheit gehört den Personen und darf nicht zu wirtschaftlichen Zwecken missbraucht werden. BLICK: Lassen Sie uns über die Metropolregion sprechen. In der gerade laufenden Wettbewerbsphase entwickeln elf ausgewählte Konsortien Konzeptideen und Roadmaps, um sich als Schaufenster zu präsentieren. Die MRN bildet eines davon. Wie stehen die Chancen, als einer der drei Sieger aus dieser Phase hervorzugehen? Adrian Krzeminski: Als Region mit drei beteiligten Bundesländern – Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz – und vereinten Kräften aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung verfügen wir über die mit Abstand größte Reichweite. Mit zehn vertretenen Branchen decken wir viele Anwendungsbereiche ab – von kommunaler Wirtschaft und kommunalen Diensten über Banken und Versicherungen bis zu Immobilienwirtschaft, der Mobilität, dem Gesundheitswesen und dem Bildungssektor. So sind wir in der Lage, die Sichtbarkeit und Bekanntheit einer Vielzahl an digitalen Identitäten in weiten Teilen Deutschlands signifikant zu erhöhen. Hinzu kommt das gebündelte Know-how. Giesecke+Devrient beispielsweise setzt mit seiner Sicherheitstechnologie weltweit Maßstäbe bei der Absicherung von Bezahlvorgängen, Identitäten, Konnektivität und Daten. Außerdem hat die länder- und branchenübergreifende Bewerbung Signalwirkung, denn es geht bei den Schaufensterregionen darum, bundesweit einheitliche Standards zu nutzen und neue herauszuarbeiten. BLICK: PS Team besetzt mit einem Projekt zur digitalen Identität juristischer Personen, um der i-Kfz-Stufe 4 zum Durchbruch zu verhelfen, den Bereich Mobilität exklusiv. (Lesen Sie dazu das Titelthema ab Seite 4!) Adrian Krzeminski: Ja, wir freuen uns sehr, PS Team an Bord zu haben. Flottenprozesse, auch im Hinblick auf E-Government, sind ein wichtiges Anwendungsfeld für digitale Identitäten. Hinzu kommt die Reichweite von PS Team als Service Provider, der im ganzen Mobilitätssektor einen Namen hat. Die Blockchain-Technologie als zukunftweisender Ansatz eröffnet mit der dezentralen Speicherung von Informationen ganz neue Möglichkeiten. BLICK: Herr Krzeminski, wir wünschen der Schaufensterregion MRN viel Erfolg, wenn im Januar die Entscheidung fällt! Adrian Krzeminski: Vielen Dank! Wir würden uns sehr freuen, an diesem Projekt durch die Förderung des BMWi weiterarbeiten zu dürfen. Adrian Krzeminski Projektleiter/-entwickler Digitalisierung und E-Government, Metropolregion Rhein-Neckar GmbH Kontakt: +49 (0)621 10708-391 adrian.krzeminski@m-r-n.com Adrian Krzeminski koordiniert die Bewerbung der MRN (Metropolregion Rhein-Neckar) zum „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“. Die Chancen stehen gut, dass das Konsortium zu den drei Siegern des BMWi-Wettbewerbs zählen wird.

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