10 HINTERGRUND BLICK: Herr Krzeminski, wenn sich die MRN als Schaufensterregion für die sichere digitale Identität durchsetzt, winken 15 Millionen Euro. Wofür genau und weshalb gibt der Bund das Geld aus? Adrian Krzeminski: Der Wettbewerb zielt darauf ab, ein wesentliches Hindernis für die Digitalisierung von Verwaltung und Wirtschaft zu überwinden. Da sich bisher keine starken digitalen Identitäten, kombiniert mit nutzbaren Leistungen, etablieren konnten, stockt die Digitalisierung. Jede Bürgerin und jeder Bürger verfügt über etwa hundert digitale Identitäten, aber sie kommen kaum bewusst mit diesen in Berührung. Es geht darum, sie sichtbar zu machen – deshalb „Schaufenster“ – und mit attraktiven Leistungen zu verknüpfen. Wir benötigen bekannte digitale Identitäten mit einem breiten Anwendungsspektrum und eine einfache systemische Oberfläche, die uns die Nutzung ermöglicht. BLICK: Können Sie das an einemBeispiel verdeutlichen? Adrian Krzeminski: Nehmen Sie etwa die Gesundheitskarte Ihrer Krankenkasse. Sie hat nur den Zweck, Sie als Versicherte auszuweisen – beim Arzt, in der Klinik, in der Apotheke. Es liegt nahe, sie auch als Kundenkarte für die Apotheke zu verwenden. Mit den Daten könnten Sie sich in Online-Apotheken, in Ihre elektronische Patientenakte oder andere Shops einloggen. Das wäre ein Anfang. BLICK: Damit wären wir allerdings weiterhin weit von einer zentralen digitalen Identität entfernt. Weshalb müssen wir das Rad neu erfinden? Es gibt doch bereits den neuen Personalausweis, der persönliche Daten in einem Chip speichert. Adrian Krzeminski: Wegen ihrer schlechten Usability konnte sich die Online-Funktion des Personalausweises leider nicht durchsetzen. Eine Lösung funktioniert erst Viele schwache digitale Identitäten Metropolregion Rhein-Neckar zeigt, wie es besser geht Das BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) hat den Wettbewerb „Schaufenster Sichere Digitale Identitäten“ ausgelobt. Eine vielversprechende Bewerbung reichte die MRN (Metropolregion Rhein-Neckar) ein. PS Team beteiligt sich und deckt als einziges Mitglied des Konsortiums den Bereich „Mobilität“ ab. Wir sprachen mit MRN-Projektleiter Adrian Krzeminski.
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