12 MÄRKTE Als PS Team vor rund zehn Jahren ein Register für den Datenabgleich von Bau-, Land- und sonstigen Maschinen auf den Markt brachte, berichteten die teilnehmenden Banken und Leasinggesellschaften von einer spürbaren Regulierung in diesem Bereich innerhalb von zwölf Monaten. Frank Schottenheim, Produktmanager DataCollect bei PS Team: „Das Risiko, bereits in der Finanzierung befindliche Objekte als Sicherheiten zu akzeptieren, sank. Zum einen wurden Auffälligkeiten schon vor Vertragsabschluss entdeckt. Zum anderen schreckte die Lösung Betrüger ab, da sie damit rechnen mussten aufzufliegen.“ Erhebliches Risikopotenzial Schnell nutzte der überwiegende Teil der Asset-Finanzierer die Datenbank, weil sich das Risiko nun beziffern ließ und als erheblich erwies. „Vor dem Go-live der Datenbank konnten wir das Ausmaß und den wirtschaftlichen Schaden von Mehrfachfinanzierungen nur vermuten“, so Frank Schottenheim. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Benelux und Frankeich setzten Institute das Register ein und identifizierten Unregelmäßigkeiten in ihren Ländern frühzeitig. Allerdings konnten sie nicht auf Objekte zugreifen, die ins Ausland verkauft wurden. Die Insolvenz der MINAG Mineraliengesellschaft mbH im Jahr 2017 verdeutlicht dieses Risiko: In einem Test mit Instituten in Spanien wurden Dumper, Sattelzug- und Baumaschinen aus dem Finanzierungsbestand Betrugsprävention Internationaler Datenabgleich Die Banken- und Leasingwelt konnte in den vergangenen Jahren über ein Asset-Register von PS Team zahl- reiche Fälle von Doppel-, Mehrfach- und Luftfinanzierung aufdecken und klären. Im Jahr 2023 bringen wir ein Feature auf den Markt, das den Datenabgleich über Ländergrenzen hinweg ermöglicht. des Nittendorfer Unternehmens im Wert von über 35 Millionen Euro entdeckt. Technologie in der Testphase Um Asset-Daten über Ländergrenzen hinweg abzugleichen, müssen hohe technologische Hürden überwunden werden: Die Software muss sehr große Mengen unstrukturierter Daten verarbeiten und dabei mit verschiedenen Sprachen umgehen können. Denis Herth, CIO bei PS Team: „In der Vergangenheit erwies sich das Register als sehr performant. Mit Künstlicher Intelligenz konnten wir die Leistungsfähigkeit noch einmal erhöhen. Dank Natural Language Processing, über das beispielsweise digitale Assistenten wie Alexa und Siri Sprachen erkennen, wird das Asset-Register künftig auch Daten aus verschiedenen Ländern abgleichen können.“ Derzeit testet der Anbieter die Algorithmen für länderübergreifende Prüfungen. Im Rahmen einer internationalen Marktstudie werden Doppel- oder Mehrfachfinanzierungen identifiziert, um das tatsächliche Risikopotenzial zu bestimmen. Erste Ergebnisse ließen sich bereits validieren. „Die Logik funktioniert“, sagt Denis Herth. „Wenn alles reibungslos läuft, gehen wir davon aus, unseren Kunden das Feature im zweiten Quartal 2023 anbieten zu können.“
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